Laut "Süddeutscher Zeitung" plant die AOK bundesweit den Einstieg in das Geschäft mit Zusatzversicherungen. Demnach sollen AOK-Versicherte in Zukunft auch Auslandsreisekrankenversicherungen, Zahnzusatztarife oder Zusatzleistungen für stationäre Behandlungen direkt bei der AOK abschließen können.
Dazu hat die AOK ihre bisherige Zusammenarbeit mit der DKV beendet. Aktuell bestehende Verträge bleiben unverändert erhalten. Es wird aber in Zukunft keine weitere Zusammenarbeit geben.
Sollten sich alle Ortskrankenkassen diesem Modell anschließen, dann könnte das den Markt grundlegend verändern. Mit 23 Millionen Versicherte verkörpern ein unvorstellbares Potential, die mit diesen Angeboten erreicht werden können. Diese Anzahl von potentiellen Kunden entspricht rund ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands.
Damit könnte der Markt, der bisher fest in den Händen der privaten Krankenversicherung lag, auf den Kopf gestellt werden. Dies gilt besonders dann, wenn die AOK ihr Tarife an dem Modell der Zusatztarife der AOK Rheinland/Hamburg orientiert. Die AOK Rheinland/Hamburg startete vor drei Jahren schwerpunktmäßig mit Auslandsreisekrankenversicherungen, hatte aber auch Zusatztarife für stationäre Behandlungen und Zahnzusatztarife im Angebot. Alle Tarife wurden ohne Gesundheitsfragen angeboten und waren meist günstiger als private Krankenzusatztarife.
Im Zusammenhang mit der Ankündigung von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), die Pflegeversicherung mit einer privaten Zusatzversicherung ergänzen zu wollen, stellt dieser Vorstoß der AOK eine echte Konkurrenz für die privaten Krankenversicherungen dar. Gerade die privaten Krankenversicherungen erhoffen sich ähnliche gute Geschäfte mit diesen Ergänzungstarifen der Pflegeversicherung, wie bei der Riesterrente.
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